Dienstag 17. Februar 2009 von Rettungsdackel
Kiel (DBRD) - Rund 80 Prozent der Jahrespraktikanten an deutschen Rettungswachen erhalten für ihre Arbeit eine Vergütung. Dies ergab eine Umfrage, die vom Deutschen Berufsverband Rettungsdienst (DBRD) und der Arbeitsgemeinschaft Rettungsassistentenschulen Deutschland (AgRD) im Internet durchgeführt wurde. Rund 500 Nutzer beteiligten sich an der Befragung.Neben den wichtigsten Fragen, ob überhaupt eine Vergütung gezahlt werde und wenn ja, in welcher Höhe, wurden viele interessante Anmerkungen zum Verlauf des zweiten Ausbildungsjahres gemacht.
Insgesamt wurden 527 Stimmen gezählt, hiervon konnten 487 Stimmen ausgewertet werden. Überraschend erfreulich sei laut DBRD hierbei, dass nahezu 80% der Jahrespraktikanten eine Vergütung erhalten. Noch erfreulicher sei allerdings, dass die Höhe der Vergütungen für eine zweijährige Ausbildung in fast 50% der bezahlten Praktika im Bereich zwischen 600 und 1000 EUR liegen. Fast 35% der Umfrageteilnehmer gaben an, dass ihre Vergütung sogar über EUR 1000 liegen würde.
Die Umfrage zeige deutlich, dass anscheinend immer mehr Leistungserbringer im Rettungsdienst dazu übergingen, Praktikanten im zweiten Jahr zu entlohnen. Der DBRD wertet dies als Indiz für einen wachsenden Fachkräftemangel.
Der Berufsverband weist aber auch darauf hin, dass immer noch ca. 20% der Jahrespraktikanten keine Vergütung für ihre Tätigkeit erhalten. Da überwiegend Praktikanten jedoch als „zweite Kraft“ auf einem Rettungsmittel eingesetzt würden, fordert der DBRD alle Tarifparteien auf, sich für eine einheitliche, leistungsbezogene Vergütung der Praktikantentätigkeit zu sorgen.
Quelle
Kategorie: Berufspolitik, Rettungsdienst |
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Dienstag 1. April 2008 von Rettungsdackel
…von mir ging heut per Mail an eine Firma die mir ein unbezahltes Praktikum angeboten hat. Und da ich ja ich bin habe ich noch nen netten Text hinzu geschrieben:
Leider muss ich Ihnen mitteilen das ich meine Bewerbung zurückziehe. Verstehen Sie das bitte nicht Negativ an Ihrer Firma. Ich würde sehr gern bei Ihnen arbeiten.
Leider ist es aber meiner Meinung nach untragbar einem Praktikanten kein Gehalt zu zahlen. Auch auf die Gefahr hin das man sich eine Klage einfängt ist es schon von der menschlichen Seite unwürdig einem Mitarbeiter, der eine reguläre Arbeitskraft ersetzt, nichts zu zahlen. Man muss ja kein volles Rettungssanitäter Gehalt bezahlen, obwohl es das auch in vielen Kreisverbänden gibt. Aber ein Praktikantengehalt von ca 1000€ bis 1300€, wie anderorts durchaus üblich, sollte schon angemessen sein. Für die Ausbildung muss man ja auch einiges investieren.
Mann muss sich immer folgendes überlegen: Kann ich von einem Mitarbeiter dem ich nix zahle eine 100% Arbeitsleistung erwarten? Er wird immer auf dem Auto sitzen und seine Situation im Hinterkopf haben. Wie bekomme ich meine Miete zusammen, wie Geld fürs Essen? Und ich möchte mich während der Ausbildung ganz auf eben diese konzentrieren und mir nicht noch nen Nebenjob suchen müssen.
Ich weiß das ich erst am Anfang meiner Ausbildung und meines Werdegangs als Rettungsassistent stehe trotz dessen habe ich in den letzten 7 Jahren einiges mitbekommen. Das soll auch kein Angriff in Ihre Richtung sein aber leider ist diese Praxis heut zu Tage Gang und Gebe. Vor allem im Osten. Ich habe selber mittlerweile 6 Zusagen für mein praktisches Jahr unter anderem 2 aus Hessen und 1 aus Niedersachsen die alle mit 1200€ - 1300€ bezahlt werden. Da geht es ja auch….
Ich hoffe ich kann mit dieser Mail wenigstens zum Nachdenken anstossen. Das ich keine Veränderungen erreiche ist mir klar. Aber man kann es ja mal versuchen.
Ich hoffe das ist okay so….
Kategorie: Ausbildung, Berufspolitik |
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Freitag 28. März 2008 von Rettungsdackel
Beim Blaulichtblog gibt es einen Beitrag zum Bundeskongress Rettungsdienst in Kassel zu finden. Da steht unter anderem folgendes geschrieben:
Bruttolöhne von unter 1.000 Euro, so genannter freiwilliger Gehaltsverzicht, der mit der Drohung des Arbeitplatzabbaus erzwungen wird, und willkürlich verlängerte Arbeitszeiten - so sieht für viele Mitarbeiter im deutschen Rettungsdienst mittlerweile leider der Alltag aus. Obwohl von Einsatz, Motivation und Qualifikation der Rettungsassistenten tagtäglich das Leben zahlreicher Notfallpatienten abhängt, sind sie häufig die unmittelbaren Opfer angeblich nötiger Einsparungen auf diesem Gebiet, zu denen ihre Arbeitgeber mit dem Argument des permanenten Kostendrucks im Gesundheitswesen genötigt werden.
Öffentliche Ausschreibungen rettungsdienstlicher Leistungen, die eigentlich klare Qualitätsmaßstäbe setzen und Kostentransparenz herstellen sollen, dienen in vielen Fällen nur mehr dazu, alles irgendwie billiger zu machen und erzeugen dadurch eine unheilvolle Spirale des Preisdumpings. Die Kostenträger verhalten sich in aller Regel nicht vorausschauend:
Sie sehen nur die kurzfristigen Einsparungen, nicht aber die langfristigen negativen Auswirkungen auf die notfallmedizinische Versorgung. Eines der ehemals besten Rettungssysteme weltweit droht somit allmählich zu verkommen, immer weniger Menschen werden darin noch berufliche Perspektiven sehen.
Mehr muss man nicht dazu sagen oder????
Kategorie: Arbeit, Berufspolitik |
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Sonntag 23. März 2008 von Rettungsdackel
am Donnerstag dem 37.03. soll es weitere Tarifverhandlungen zwischen Ver.di und DRK geben. Aus diesem Grund sind für diesen Tag weitere Warnstreiks geplant. Leider nur in Baden.
Die wohl unterschiedlichsten Vorstellungen über eine angemessene Entlohnung bestehen in der laufenden Tarifrunde zwischen dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Gewerkschaft Ver.di. Im Dezember gab das DRK bekannt, die Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 42 Stunden ausdehnen zu wollen sowie das Weihnachtsgeld um ein Drittel zu reduzieren. Das entspräche einer Lohnkürzung von 12 Prozent. Ver.di hingegen fordert eine Erhöhung von 9,6 Prozent für zwei Jahre. Zwar modifizierte das DRK sein Angebot vorige Woche und pochte nur noch auf eine Arbeitszeit von 40 Stunden, es bot 80 Prozent Weihnachtsgeld sowie eine Lohnerhöhung von 2,1 Prozent ab dem 1. Januar 2008 und einem weiteren Prozent ab dem 1. Juli. Dieses Angebot käme einer Lohnkürzung von einem Prozent gleich. Aber das DRK stellte der Gewerkschaft dafür ein Ultimatum bis vorigen Freitag, das Ver.di verstreichen ließ. Das DRK will deshalb wieder auf Basis der Dezember-Daten verhandeln. Vom Ergebnis sind etwa 30.000 Tarifangestellte betroffen.
weitere Infos hier:
Rettungsdienst im Umbruch
Rettungsdienst Tarifshow
Ver.di
Kategorie: Berufspolitik, Nachrichten |
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Samstag 15. März 2008 von Rettungsdackel
Eigentlich sollte am Donnerstag in Potsdam-Mittelmark die Entscheidung über die Neuvergabe der Rettungswachen im Landkreis bekanntgegeben werden. Dies wurde erstmal auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Grund: Das DRK hat mittlerweile vor dem Verwaltungsgericht einen Prozess gegen das Vergabeverfahren angestrengt.
Bei der Neuvergabe sollen sie nur noch 2 antatt wie bisher 6 Wachen bekommen. Die anderen 4 soll die Private Promedica-Gruppe bekommen. Die Malteser sollen sogar leer ausgehen. Das lässt sich das DRK, zu Recht, natürlich nicht gefallen.
In diesem Zusammenhang lest auch diesen Beitrag von mir.
Auch interessant dieser Artikel der Rettungsdienst-Zeitung 01-2008 und diese Stellungsnahme des DRK Brandenburg.
Quelle
Kategorie: Arbeit, Berufspolitik |
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